Solaranlage in Ungarn – Regeln, Speicher & Kosten

Solaranlage in Ungarn: Was Hausbesitzer und Immobilienkäufer 2026 wissen sollten

Eine Solaranlage in Ungarn ist längst kein exotisches Thema mehr. Photovoltaik hat sich innerhalb weniger Jahre zu einem wichtigen Bestandteil der ungarischen Stromversorgung entwickelt. Gleichzeitig haben sich die Bedingungen für private Hausbesitzer deutlich verändert. Wer heute eine PV-Anlage in Ungarn plant, sollte deshalb nicht einfach möglichst viele Module auf sein Dach setzen.

Viel wichtiger sind andere Fragen: Wie viel des erzeugten Stroms kann ich selbst nutzen? Lohnt sich ein Batteriespeicher? Was bekomme ich für eingespeisten Strom? Kann meine Solaranlage bei einem Stromausfall weiterarbeiten? Und worauf sollte ich bereits beim Kauf eines Hauses in Ungarn achten?

Gerade für Immobilienkäufer ist das wichtig. Ein Haus muss beim Kauf nicht unbedingt bereits mit Photovoltaik ausgestattet sein. Entscheidend kann vielmehr sein, ob sich eine Solaranlage später sinnvoll nachrüsten lässt.

In diesem Beitrag erkläre ich deshalb ausführlich, was Hausbesitzer und Immobilienkäufer über Photovoltaik in Ungarn wissen sollten.

Stand bei rechtlichen Regelungen, Tarifen und Förderungen: August 2026

Wichtiger Hinweis: Gesetze, Einspeiseregelungen, Stromtarife und Förderprogramme können sich ändern. Vor einer konkreten Investitionsentscheidung sollten deshalb immer die aktuellen Bedingungen beim zuständigen Netzbetreiber beziehungsweise Energieversorger geprüft werden.


Warum Solarenergie in Ungarn inzwischen eine große Rolle spielt

Ungarn hat Photovoltaik in den vergangenen Jahren sehr stark ausgebaut.

Nach Angaben des ungarischen Energieministeriums überschritt die installierte Leistung der wetterabhängigen erneuerbaren Stromerzeugung bereits Anfang 2025 die Marke von 8.000 Megawatt. Gleichzeitig waren zu diesem Zeitpunkt einschließlich größerer Solarparks bereits mehr als 300.000 Solaranlagen in Ungarn in Betrieb. Inzwischen liegt allein die Zahl der kleineren Haushaltsanlagen nach Regierungsangaben bei mehr als 300.000.

Quelle: Ungarisches Energieministerium – Entwicklung der Solarenergie

Damit ist Solarenergie in Ungarn nicht mehr nur eine Ergänzung für einzelne Hausbesitzer. Sie ist zu einem bedeutenden Teil des Stromsystems geworden.

Die rasche Entwicklung hat allerdings auch Folgen. Viel Solarstrom entsteht gleichzeitig – vor allem während sonniger Mittagsstunden. Damit gewinnen Eigenverbrauch, Batteriespeicher und eine bessere zeitliche Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch an Bedeutung.

Genau deshalb sollte man bei einer neuen Solaranlage in Ungarn heute anders rechnen als noch vor einigen Jahren.


Wie gut sind die Voraussetzungen für Photovoltaik in Südungarn?

Gerade Südungarn besitzt grundsätzlich interessante Bedingungen für Solarenergie.

Als Beispiel können wir Pécs heranziehen. Der ungarische Wetterdienst HungaroMet gibt für den Zeitraum 2001 bis 2020 eine durchschnittliche jährliche Globalstrahlung von 4.807 MJ pro Quadratmeter an. Umgerechnet sind das rund 1.335 kWh Sonnenenergie pro Quadratmeter und Jahr.

Noch interessanter ist die Verteilung über das Jahr.

In Juni und Juli liegt die durchschnittliche monatliche Globalstrahlung in Pécs bei etwa 670 bis 700 MJ/m². Im Dezember und Januar sind es dagegen lediglich etwa 100 bis 140 MJ/m².

Quelle: HungaroMet – Klimadaten Pécs

Dieser Unterschied ist wichtig, wenn über Autarkie gesprochen wird.

Eine Anlage, die im Juli große Überschüsse produziert, kann im Dezember deutlich weniger Strom liefern. Deshalb darf man den Jahresertrag einer PV-Anlage nicht mit einer gleichmäßigen Stromproduktion über zwölf Monate verwechseln.


Solaranlage in Ungarn: Saldo oder Brutto?

Wer die Wirtschaftlichkeit einer Solaranlage in Ungarn verstehen möchte, muss zunächst das Abrechnungssystem kennen.

Hier hat sich in den vergangenen Jahren sehr viel verändert.

Das frühere Jahres-Saldo-System

Viele ältere PV-Anlagen in Ungarn wurden unter dem sogenannten Szaldó-System, also einer Saldoabrechnung, installiert.

Vereinfacht gesagt wurden dabei Strombezug und Einspeisung über den Abrechnungszeitraum gegeneinander gerechnet.

Produzierte eine Anlage beispielsweise im Sommer große Überschüsse und wurde im Winter wieder Strom aus dem Netz bezogen, konnten diese Mengen im Rahmen der geltenden Regeln miteinander verrechnet werden.

Das war für Betreiber ausgesprochen attraktiv.

Das Stromnetz funktionierte wirtschaftlich gewissermaßen wie ein sehr großer virtueller Speicher.

Für neue Anlagen ist diese Situation heute jedoch grundsätzlich anders.


Welche Bestandsanlagen dürfen noch im Saldo bleiben?

Bei bestehenden Anlagen muss genau geprüft werden, wann die Anlage in Betrieb genommen oder erweitert wurde und welches Abrechnungssystem für sie gilt.

Als Grundregel besteht für viele berechtigte Bestandsanlagen eine Saldoabrechnung für einen Zeitraum von zehn Jahren ab Inbetriebnahme beziehungsweise maßgeblicher Erweiterung.

Auch die ungarische Regierung beschreibt diese Zehnjahresregel ausdrücklich. Danach wechseln die betroffenen Anlagen grundsätzlich in die Bruttoabrechnung.

Quelle: Ungarisches Energieministerium zur Zehnjahresregel

Die Rechtslage enthält allerdings verschiedene Übergangsregelungen. Unter anderem spielen das Datum des Netzanschlussantrags, die Inbetriebnahme und mögliche Erweiterungen eine Rolle.

Deshalb gilt insbesondere beim Kauf eines Hauses mit bestehender PV-Anlage:

Nicht davon ausgehen, dass eine vorhandene Solaranlage automatisch dauerhaft im attraktiven alten Saldo-System bleibt.

Lassen Sie sich zeigen:

  • wann die Anlage in Betrieb genommen wurde,
  • ob sie später erweitert wurde,
  • welcher Abrechnungsmodus derzeit angewendet wird,
  • wann eine bestehende Saldo-Berechtigung endet.

MVM weist ebenfalls darauf hin, dass Anlagen nach Ablauf der jeweiligen Berechtigung aus der Saldoabrechnung in die Bruttoabrechnung wechseln.

Quelle: MVM Next – Änderung der Abrechnung älterer PV-Anlagen


Wie funktioniert die Bruttoabrechnung bei Photovoltaik in Ungarn?

Für neue Anlagen ist die Bruttoabrechnung – bruttó elszámolás – von zentraler Bedeutung.

Dabei werden Strombezug und Einspeisung getrennt betrachtet.

MVM erklärt das recht eindeutig:

Der aus dem Netz bezogene Strom wird vollständig abgerechnet. Gleichzeitig wird die gesamte tatsächlich ins Netz eingespeiste Strommenge separat erfasst.

Eine Verrechnung wie beim früheren Jahressaldo findet nicht statt.

Quelle: MVM Next – Bruttoabrechnung für HMKE-Anlagen

Das bedeutet praktisch:

Solaranlage → eigener Verbrauch → besonders interessant

Solaranlage → Batteriespeicher → spätere eigene Nutzung

Solaranlage → Netz → Einspeisevergütung

Netz → Haus → normaler Strombezug

Genau diese Änderung macht den Eigenverbrauch heute so wichtig.

So funktioniert Solarstrom in Ungarn

Wie hoch ist die Einspeisevergütung in Ungarn 2026?

Eine der häufigsten Suchanfragen lautet:

Wie viel bekommt man in Ungarn für eingespeisten Solarstrom?

Hier sollten aktuelle Zahlen verwendet werden.

MVM weist in seinem aktuellen Beispiel für die Bruttoabrechnung bei privaten HMKE-Anlagen einen Produktpreis für eingespeisten Strom von: 5,25 HUF pro kWh aus.

Quelle: MVM Next – Rechnungserklärung Bruttoabrechnung

Das ist ausgesprochen wichtig für die Wirtschaftlichkeitsrechnung.

Denn gleichzeitig gilt für privaten Strombezug weiterhin ein System aus vergünstigtem Kontingent und einem darüber liegenden Haushaltsmarktpreis.

Nach aktuellen Angaben von MVM stehen privaten Verbrauchern pro Messpunkt 2.523 kWh Strom pro Jahr zum vergünstigten Tarif zur Verfügung.

Oberhalb dieser Menge beträgt der derzeitige Haushaltsmarktpreis beim üblichen A1- beziehungsweise A2-Tarif: 70,104 HUF pro kWh brutto.

Quelle: MVM Next – aktuelle Strompreise für Privathaushalte

Diese Zahlen machen einen entscheidenden Unterschied sichtbar:

Eine selbst produzierte Kilowattstunde Strom, die direkt im eigenen Haus verbraucht wird und dadurch teuren Netzbezug ersetzt, kann wirtschaftlich wesentlich wertvoller sein als eine Kilowattstunde, die für 5,25 Forint ins Netz eingespeist wird.

Genau deshalb hat sich die Logik einer neuen PV-Anlage verändert.

Eigenverbracuh vs Einspeisung

Eigenverbrauch wird immer wichtiger

Früher lautete eine häufige Frage:

Wie viel Photovoltaik bekomme ich auf mein Dach?

Heute sollte eine andere Frage zuerst beantwortet werden:

Wie viel Solarstrom kann ich sinnvoll selbst verbrauchen?

Eigenverbrauch bedeutet, dass der erzeugte Solarstrom direkt im Haus genutzt wird.

Produziert die Anlage beispielsweise mittags Strom und gleichzeitig laufen:

  • Klimaanlage,
  • Waschmaschine,
  • Geschirrspüler,
  • Warmwasserbereitung,
  • Poolpumpe,
  • Werkstattgeräte,
  • Computer oder
  • Ladegerät eines Elektroautos,

wird der erzeugte Strom unmittelbar im eigenen Haus verbraucht.

Dieser Strom muss nicht zuerst billig eingespeist und später möglicherweise deutlich teurer aus dem Netz zurückgekauft werden.


Größer ist bei einer Solaranlage nicht automatisch besser

Das ist eine wichtige Konsequenz.

Nur weil auf ein Dach zehn oder zwölf Kilowattpeak Photovoltaik passen würden, bedeutet das nicht automatisch, dass eine so große Anlage wirtschaftlich sinnvoll ist.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Jahresverbrauch,
  • Verbrauch während des Tages,
  • zukünftiger Strombedarf,
  • vorhandene Klimaanlagen,
  • elektrische Warmwasserbereitung,
  • Wärmepumpe,
  • Elektroauto,
  • Pool,
  • Batteriespeicher und
  • Einspeisemöglichkeiten.

Bei einer modernen PV-Anlage in Ungarn sollte deshalb nicht ausschließlich nach maximal verfügbarer Dachfläche dimensioniert werden.

Die entscheidende Frage lautet:

Welche Anlage passt zu meinem Haus, meinem Verbrauch und meinen persönlichen Zielen?


Solar bereits beim Immobilienkauf in Ungarn berücksichtigen

Besonders interessant wird das Thema für Menschen, die gerade nach einer Immobilie suchen.

Ein Haus muss beim Kauf nicht bereits über Photovoltaik verfügen.

Manchmal ist es sogar sinnvoller, ein geeignetes Haus ohne Anlage zu kaufen und später ein System zu installieren, das zum eigenen Verbrauch passt.

Allerdings sollten einige Voraussetzungen bereits bei der Hausbesichtigung geprüft werden.


Wie ist das Dach ausgerichtet?

Eine gute Dachfläche kann die spätere Installation erheblich vereinfachen.

Zu prüfen sind:

  • Ausrichtung,
  • Dachneigung,
  • nutzbare Fläche,
  • Verschattung,
  • Dachform,
  • Zustand der Dacheindeckung und
  • Statik.

Bei einem älteren Haus stellt sich zusätzlich die Frage:

Wie lange hält das Dach noch?

Muss es voraussichtlich in wenigen Jahren saniert werden, sollte das möglichst vor der Installation der Solarmodule berücksichtigt werden.

Module zuerst zu montieren und wenige Jahre später für eine Dachsanierung wieder abbauen zu müssen, verursacht vermeidbare Kosten.


Verschattung nicht unterschätzen

Auch ein grundsätzlich gut ausgerichtetes Dach kann ungeeignet sein, wenn große Teile des Tages Schatten darauf fallen.

Typische Ursachen sind:

  • hohe Bäume,
  • Nachbarhäuser,
  • Schornsteine,
  • Dachaufbauten,
  • Hügel oder
  • andere Gebäudeteile.

Bei einer Besichtigung sollte deshalb nicht nur die Himmelsrichtung betrachtet werden.


Nebengebäude können bei ungarischen Häusern ein Vorteil sein

Gerade bei älteren Landhäusern in Ungarn gibt es häufig:

  • Garagen,
  • Scheunen,
  • Werkstätten,
  • Wirtschaftsgebäude,
  • Carports oder
  • große Grundstücke.

Damit entstehen zusätzliche Möglichkeiten für eine Solaranlage.

Wenn das Wohnhaus selbst keine optimale Dachfläche besitzt, kann möglicherweise ein Nebengebäude genutzt werden.

Auch ein Solar-Carport kann interessant sein.

Ich habe beispielsweise beim neuen Kulturzentrum in Mohács einen Parkplatz gesehen, dessen Überdachung gleichzeitig als Fläche für Solarmodule genutzt wird.

Das zeigt sehr schön:

Photovoltaik muss nicht zwingend auf dem Wohnhaus montiert werden.


Die Elektrik des Hauses ist mindestens so wichtig wie das Dach

Gerade bei älteren Immobilien in Ungarn sollte man vor einer Solaranlage die elektrische Infrastruktur genau prüfen.

Interessant sind unter anderem:

  • Zustand der Elektroinstallation,
  • Zählerkasten,
  • vorhandene Anschlussleistung,
  • Sicherungen,
  • einphasiger oder dreiphasiger Anschluss,
  • Alter der Leitungen und
  • mögliche notwendige Modernisierungen.

Ein schönes Dach hilft wenig, wenn zunächst große Teile der Elektroinstallation erneuert werden müssen.

Auch deshalb sollte eine geplante Solaranlage beim Hauskauf in Ungarn frühzeitig mitgedacht werden.


Die Stromrechnung kann beim Hauskauf wertvoll sein

Ich würde mir bei einer ernsthaften Kaufabsicht nach Möglichkeit auch eine aktuelle Stromrechnung zeigen lassen.

Sie liefert Informationen über:

  • bisherigen Verbrauch,
  • Tarif,
  • Messpunkt und
  • Anschlussdaten.

Besonders interessant ist dabei der sogenannte POD-Identifier, also die Kennung des Mess- beziehungsweise Anschlusspunktes.

Warum?

Weil damit geprüft werden kann, ob an diesem Anschluss derzeit grundsätzlich eine Einspeisemöglichkeit für eine Haushalts-PV-Anlage vorhanden ist.


Kann ich an meinem Haus in Ungarn Solarstrom einspeisen?

Nicht automatisch.

Die ungarische Energiebehörde MEKH stellt inzwischen eine eigene Online-Abfrage zur Verfügung.

Dort kann anhand der POD-Nummer geprüft werden, ob am betreffenden Anschluss grundsätzlich eine Einspeisung für eine HMKE-Anlage möglich ist.

MEKH: Einspeisemöglichkeit mit POD-Nummer prüfen

MEKH weist allerdings ausdrücklich darauf hin, dass diese Abfrage nur informativen Charakter hat.

Ob und unter welchen technischen Bedingungen tatsächlich eingespeist werden darf, entscheidet der zuständige Netzbetreiber nach Prüfung des konkreten Antrags.

Das ist wichtig.

Eine positive Online-Abfrage ersetzt keine Netzanschlussgenehmigung.


Was bedeutet HMKE?

Bei der Recherche zu Solaranlagen in Ungarn begegnet Ihnen sehr häufig die Abkürzung HMKE.

Sie steht für:

Háztartási Méretű Kiserőmű

also sinngemäß eine kleine Stromerzeugungsanlage in Haushaltsgröße.

Die ungarischen Vorschriften unterscheiden derzeit unter anderem zwischen Anlagen mit bis zu 10,8 kVA Anschlussleistung und größeren HMKE-Anlagen bis maximal 50 kVA.

Für Anlagen bis 10,8 kVA gibt es unter bestimmten Voraussetzungen ein vereinfachtes Verfahren.

Quelle: geltende ungarische Durchführungsverordnung im Nemzeti Jogszabálytár

Für ein normales Einfamilienhaus spielt die obere Grenze von 50 kVA meistens keine praktische Rolle. Der Begriff HMKE ist trotzdem wichtig, weil er in Anträgen, Netzbetreiberinformationen und Abrechnungsunterlagen regelmäßig vorkommt.

Solar-Chceck beim Hauskauf in Ungarn

Wie groß sollte eine PV-Anlage in Ungarn sein?

Darauf gibt es keine pauschale Antwort.

Vor der Planung sollten mindestens drei Dinge betrachtet werden.

1. Der bisherige Stromverbrauch

Die Jahresabrechnung liefert einen ersten Anhaltspunkt.

Aber:

Der Jahresverbrauch alleine reicht nicht.

2. Wann wird Strom verbraucht?

Zwei Haushalte können jeweils 4.000 kWh Strom pro Jahr benötigen und trotzdem völlig unterschiedliche Voraussetzungen für Photovoltaik haben.

Haushalt A verbraucht viel Strom tagsüber.

Haushalt B hauptsächlich morgens und abends.

Haushalt A kann daher wahrscheinlich einen größeren Anteil des Solarstroms direkt selbst nutzen.

3. Wie entwickelt sich der Verbrauch?

Beim Kauf eines Hauses sollte nicht nur der Verbrauch des Vorbesitzers betrachtet werden.

Vielleicht planen Sie später:

  • zusätzliche Klimaanlagen,
  • elektrische Warmwasserbereitung,
  • eine Wärmepumpe,
  • ein Elektroauto,
  • einen Pool,
  • eine Werkstatt oder
  • eine weitere Wohneinheit.

All das kann den zukünftigen Strombedarf erheblich verändern.


Lohnt sich ein Batteriespeicher in Ungarn?

Durch die Bruttoabrechnung ist der Batteriespeicher in Ungarn deutlich interessanter geworden.

Das Grundprinzip ist einfach.

Die Solaranlage produziert beispielsweise um 14 Uhr mehr Strom, als das Haus benötigt.

Statt diesen Überschuss vollständig ins Netz einzuspeisen, wird ein Teil davon in der Batterie gespeichert.

Am Abend wird dieser Strom wieder genutzt.

Damit steigt der Eigenverbrauch.


Wie groß sollte ein Batteriespeicher sein?

Auch hier gibt es keine pauschale Zahl.

Eine Batterie sollte zum Verbrauch und zur Solaranlage passen.

Relevant sind beispielsweise:

  • Größe der PV-Anlage,
  • durchschnittlicher Nachtverbrauch,
  • gewünschter Eigenverbrauch,
  • gewünschte Notstromversorgung,
  • vorhandene große Verbraucher,
  • Budget und
  • zukünftiger Stromverbrauch.

Ein größerer Speicher ist nicht automatisch besser.

Wenn eine große Batterie über weite Teile des Jahres weder vollständig geladen noch sinnvoll entladen wird, wurde möglicherweise unnötig viel Geld investiert.


Batteriespeicher bedeutet nicht automatisch Notstrom

Dieser Punkt wird häufig missverstanden.

Eine Solaranlage mit Batteriespeicher versorgt ein Haus bei einem Stromausfall nicht automatisch weiter.

Normale netzgekoppelte Anlagen müssen sich bei einem Ausfall des öffentlichen Stromnetzes aus Sicherheitsgründen vom Netz trennen.

Wer bei einem Stromausfall weiterhin Solarstrom beziehungsweise Batteriestrom verwenden möchte, benötigt eine technisch dafür ausgelegte Lösung.

Je nach System gehören dazu beispielsweise:

  • geeigneter Hybridwechselrichter,
  • Backup- beziehungsweise EPS-Ausgang,
  • sichere Netztrennung,
  • entsprechende elektrische Verschaltung und
  • geeigneter Batteriespeicher.

Manche Systeme versorgen nur ausgewählte Stromkreise.

Andere können größere Teile eines Hauses übernehmen.

Deshalb sollte bei einem Angebot ausdrücklich gefragt werden:

Hat diese Anlage eine echte Backup- oder Ersatzstromfunktion?


Welche Verbraucher möchte ich bei Stromausfall versorgen?

Auch das sollte vor der Planung geklärt werden.

Möglicherweise müssen gar nicht alle Verbraucher weiterlaufen.

Wichtig könnten beispielsweise sein:

  • Kühlschrank,
  • Gefrierschrank,
  • Beleuchtung,
  • Internet,
  • Brunnenpumpe,
  • Heizungssteuerung,
  • Umwälzpumpe oder
  • einzelne Steckdosen.

Damit kann eine wesentlich kleinere Backup-Lösung ausreichend sein als eine vollständige Versorgung des gesamten Hauses.


Netzgekoppelt, Hybrid oder Inselanlage?

Nicht jede Solaranlage in Ungarn funktioniert nach demselben Prinzip.

Netzgekoppelte PV-Anlage

Die klassische Anlage bleibt mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden.

Solarstrom wird zunächst im Haus genutzt.

Überschüsse können – sofern genehmigt – ins Netz eingespeist werden.

Fehlt Solarstrom, kommt Energie aus dem öffentlichen Netz.

Hybridanlage

Eine Hybridlösung kombiniert üblicherweise:

Photovoltaik + Batteriespeicher + öffentliches Netz.

Je nach verwendeter Technik kann zusätzlich eine Backup-Funktion integriert werden.

Für viele Einfamilienhäuser dürfte diese Variante besonders interessant sein, wenn ein hoher Eigenverbrauch und zusätzliche Versorgungssicherheit gewünscht werden.

Insellösung

Eine echte Insellösung funktioniert unabhängig vom normalen öffentlichen Stromnetz.

Das kann beispielsweise interessant sein für:

  • abgelegene Gebäude,
  • Gartenhäuser,
  • Wochenendgrundstücke,
  • bestimmte Pumpensysteme oder
  • Orte ohne wirtschaftlich sinnvollen Netzanschluss.

Eine komplette Inselversorgung eines dauerhaft bewohnten Hauses ist allerdings wesentlich anspruchsvoller.

PV-Anlage, Hybridanlage oder Insellösung

Wie läuft die Anmeldung einer Solaranlage in Ungarn?

Eine netzgekoppelte Solaranlage kann nicht einfach montiert und anschließend eingeschaltet werden.

Der zuständige Netzbetreiber muss einbezogen werden.

Der genaue Ablauf hängt von Anlage, Anschluss und Netzbetreiber ab.

Typischerweise gehören dazu:

  1. Bedarf und Anlagengröße festlegen
  2. Netzanschluss beziehungsweise Einspeisemöglichkeit prüfen
  3. Antrag beim zuständigen Netzbetreiber
  4. technische Planung
  5. Prüfung beziehungsweise Freigabe
  6. Installation
  7. Fertigmeldung
  8. notwendige Zählerarbeiten
  9. Inbetriebnahme

Für Südtransdanubien – und damit beispielsweise große Teile der Baranya und Tolna – ist unter anderem E.ON Dél-dunántúli Áramhálózati Zrt. als Netzbetreiber relevant.

Wichtig ist außerdem:

Auch die Erweiterung oder technische Änderung einer bestehenden Anlage kann eine erneute Abstimmung mit dem Netzbetreiber erfordern.

Deshalb sollte beispielsweise ein Wechselrichter nicht einfach durch ein leistungsstärkeres Gerät ersetzt werden, ohne vorher die entsprechenden Bedingungen zu prüfen.


Solar-Förderung in Ungarn 2026

Förderprogramme sind besonders zeitabhängig.

Deshalb sollte dieser Abschnitt bei jeder Aktualisierung des Artikels neu geprüft werden.

Stand: August 2026

2026 startete in Ungarn das Otthoni Energiatároló Program, also ein Förderprogramm speziell für private Energiespeicher.

Private Haushalte konnten dabei eine nicht rückzahlbare Förderung von bis zu:

2,5 Millionen HUF

für die Installation eines Energiespeichers erhalten.

Förderfähig waren unter anderem:

  • Batteriespeicher,
  • gegebenenfalls Wechselrichter,
  • Planung und Genehmigung,
  • notwendige Anpassung des Zählerplatzes und
  • bestimmte Arbeiten zur Leistungserweiterung.

Die geförderte Batterie musste grundsätzlich mindestens etwa 10 kWh Kapazität besitzen. Bei einer gleichzeitig neu errichteten Photovoltaikanlage war im Programm eine Wechselrichterleistung von maximal 5 kW vorgesehen; die Modulleistung durfte bis zu 120 Prozent der Wechselrichterleistung betragen.

Offizielle Informationen zum Otthoni Energiatároló Program

Wichtig:

Diese Größen sind Förderbedingungen.

Sie bedeuten nicht, dass grundsätzlich jedes Einfamilienhaus einen 10-kWh-Speicher oder eine 5-kW-PV-Anlage benötigt.


Ist die Speicherförderung aktuell noch offen?

Nein – die erste Antragsphase ist inzwischen abgeschlossen.

Nach Angaben der ungarischen Regierung wurden rund 132.000 Förderanträge eingereicht. Die erste Phase des Programms wurde daraufhin geschlossen.

Quelle: Ungarische Regierung – Abschluss der ersten Förderphase

Deshalb gilt:

Stand August 2026 kann nicht einfach davon ausgegangen werden, dass aktuell 2,5 Millionen Forint Speicherförderung beantragt werden können.

Vor einer Investition sollte geprüft werden, ob eine neue Förderrunde gestartet wurde.


Kann man mit einer Solaranlage in Ungarn autark leben?

Theoretisch kann eine sehr hohe Eigenversorgung erreicht werden.

Praktisch muss die Frage jedoch genauer gestellt werden.

Autark wann?

Im Juli?

Im Jahresdurchschnitt?

Auch im Dezember?

Gerade hier zeigen die Klimadaten von Pécs sehr deutlich das Problem.

Die Sonneneinstrahlung im Hochsommer beträgt ein Vielfaches der Einstrahlung im Dezember und Januar.

Deshalb kann ein Haus an sonnigen Sommertagen nahezu vollständig mit selbst erzeugtem Strom versorgt werden und im Winter trotzdem regelmäßig Netzstrom benötigen.


Eine Batterie verschiebt den Juli nicht in den Januar

Das wird bei Diskussionen über Autarkie manchmal übersehen.

Ein Batteriespeicher kann überschüssigen Solarstrom vom Nachmittag in den Abend verschieben.

Vielleicht auch von einem sonnigen Tag in die folgende Nacht.

Was ein normaler Heimspeicher nicht kann:

große Energiemengen über mehrere Monate speichern.

Ein großer Sommerüberschuss löst deshalb nicht automatisch das winterliche Energieproblem.

Wer auch im Winter nahezu vollständig autark sein möchte, müsste seine Anlage und den Speicher erheblich größer dimensionieren oder weitere Energiequellen einbeziehen.

Das kann technisch möglich sein.

Wirtschaftlich muss es aber nicht sinnvoll sein.


100 Prozent Autarkie muss nicht das Ziel sein

Ich halte deshalb eine andere Frage für interessanter:

Wie abhängig möchte ich von einer einzelnen Energiequelle sein?

Eine Solaranlage kann beispielsweise dazu beitragen:

  • Stromkosten zu reduzieren,
  • einen größeren Teil des Stroms selbst zu erzeugen,
  • bestimmte Verbraucher abzusichern,
  • den Eigenverbrauch zu erhöhen und
  • die Energieversorgung flexibler zu gestalten.

Das kann bereits ein sinnvolles Ziel sein, ohne das öffentliche Stromnetz komplett verlassen zu müssen.

Solar ist nicht automatisch ganzjährige Autarkie

Solar und Heizung gemeinsam betrachten

Beim Hauskauf würde ich deshalb nicht nur fragen:

Wie produziere ich Strom?

Sondern:

Wie sieht das gesamte Energiekonzept dieses Hauses aus?

Mögliche Kombinationen sind beispielsweise:

  • PV + Gas,
  • PV + Holz,
  • PV + Klimaanlage,
  • PV + Wärmepumpe oder
  • PV + Batteriespeicher + Holzofen.

Welche Kombination sinnvoll ist, hängt stark vom Haus ab.

Ein gut gedämmtes Gebäude mit moderner Wärmepumpe hat andere Voraussetzungen als ein älteres ungarisches Landhaus mit dicken Mauern und vorhandener Holz-Gas-Heizung.


Warum mehrere Energiequellen interessant sein können

Mehrere Systeme bedeuten zunächst auch mehr Technik.

Der Vorteil kann jedoch eine größere Flexibilität sein.

Im Sommer könnte Solar beispielsweise:

  • Haushalt,
  • Warmwasser,
  • Klimaanlage,
  • Pool und
  • Batterie

versorgen.

In der Übergangszeit kann eine Klimaanlage möglicherweise zum Heizen verwendet werden.

Im Winter übernimmt beispielsweise eine vorhandene Gas- oder Holzheizung einen größeren Teil der Wärmeversorgung.

Das Ziel muss deshalb nicht sein, jedes Energiesystem abzuschaffen.

Es kann sinnvoller sein, verschiedene Möglichkeiten zu besitzen und je nach Jahreszeit unterschiedlich zu nutzen.


Praxisbeispiel Bonyhád: Wenn Solar bereits Teil des Energiekonzepts ist

Ein gutes Beispiel dafür, wie Photovoltaik bei einem bestehenden Haus eingesetzt werden kann, habe ich bei einer Immobilienbesichtigung in Bonyhád gesehen.

Auf dem Dach des Hauses befindet sich nach Angaben des Eigentümers eine Solaranlage mit rund 8,8 kW Leistung. Interessant ist dabei weniger allein die Größe der Anlage als die Frage, wie der erzeugte Strom im Haus genutzt wird.

Denn mehrere Verbraucher arbeiten dort elektrisch.

In einer der beiden Wohneinheiten gibt es beispielsweise eine elektrische Fußbodenheizung. Auch ein Handtuchtrockner im Badezimmer wird elektrisch betrieben. Die Warmwasserversorgung erfolgt über einen Elektroboiler und zusätzlich ist eine Klimaanlage vorhanden.

Bei der Besichtigung erklärte der Eigentümer, dass trotz dieser elektrischen Verbraucher – abgesehen von der Grundgebühr – zum damaligen Zeitpunkt praktisch keine zusätzlichen Stromkosten angefallen seien.

Das zeigt sehr anschaulich, welchen Unterschied eine Solaranlage machen kann, wenn ein relativ großer Teil der erzeugten Energie direkt im eigenen Haus genutzt wird.

Solarstrom nicht nur für Licht und Haushaltsgeräte

Gerade bei diesem Haus wird deutlich, dass Photovoltaik nicht nur den klassischen Haushaltsstrom abdecken kann.

Solarstrom kann beispielsweise verwendet werden für:

  • elektrische Fußbodenheizung,
  • Warmwasserbereitung,
  • Klimaanlage,
  • Waschmaschine,
  • Geschirrspüler,
  • Kühlschrank und
  • andere elektrische Verbraucher.

Damit verändert sich auch die Betrachtung der Wirtschaftlichkeit.

Je mehr Strom direkt im eigenen Haus genutzt werden kann, desto weniger entscheidend wird die Frage, welchen Preis man für eingespeisten Überschussstrom erhält.

Trotzdem bleibt eine zweite Energiequelle erhalten

Interessant finde ich bei diesem Haus außerdem, dass nicht sämtliche Energieversorgung auf Strom umgestellt wurde.

Der größere Wohnbereich verfügt weiterhin über eine Gaszentralheizung.

Damit bestehen unterschiedliche Möglichkeiten:

Solarstrom und elektrische Verbraucher auf der einen Seite – Gasheizung auf der anderen.

Das entspricht genau dem Gedanken, den ich bei der Auswahl eines Hauses heute stärker berücksichtigen würde.

Das Ziel muss nicht zwangsläufig sein, jede andere Energiequelle abzuschaffen.

Eine Kombination verschiedener Systeme kann vielmehr zusätzliche Flexibilität bieten.

Was das Beispiel nicht beweist

Das Haus ist ein gutes Praxisbeispiel für einen hohen Anteil eigener Stromerzeugung. Daraus sollte man aber nicht automatisch ableiten, dass es vollständig energieautark ist.

Aus der Besichtigung geht beispielsweise nicht hervor, dass ein Batteriespeicher vorhanden ist oder dass die Solaranlage bei einem Netzausfall als Notstromversorgung funktioniert.

Auch die damalige Aussage zu den praktisch fehlenden Stromkosten hängt vom vorhandenen Verbrauch, der Produktion der Anlage und vor allem vom damals geltenden Abrechnungsmodell ab.

Gerade deshalb ist das Beispiel interessant:

Eine bestehende Solaranlage sollte bei einem Immobilienkauf nicht nur nach ihrer Leistung beurteilt werden. Ebenso wichtig sind Verbrauch, Abrechnungssystem und die Frage, wie gut Erzeugung und Verbrauch zusammenpassen.

Auch die technische Infrastruktur wurde mitgedacht

Bei der Besichtigung waren im Dachgeschoss auch die zur Solaranlage gehörenden Sicherungs- beziehungsweise Verteilerbereiche zu sehen.

Das Dachgeschoss selbst bietet darüber hinaus noch Ausbaureserven. Die notwendigen Installationen wurden teilweise bereits nach oben geführt.

Auch daran erkennt man einen wichtigen Unterschied zwischen einem Haus, bei dem Technik nachträglich irgendwie ergänzt wurde, und einem Gebäude, bei dem zukünftige Nutzungsmöglichkeiten zumindest teilweise mitgedacht wurden.

Was Immobilienkäufer aus diesem Haus lernen können

Beim Kauf eines Hauses mit bestehender Photovoltaikanlage würde ich deshalb nicht nur fragen:

Wie viele Kilowatt hat die Solaranlage?

Mindestens genauso wichtig sind:

  • Wann wurde die Anlage installiert?
  • Welches Abrechnungsmodell gilt?
  • Wie hoch ist die tatsächliche Jahresproduktion?
  • Wie viel Strom verbraucht das Haus?
  • Welche Verbraucher laufen tagsüber?
  • Gibt es elektrische Heizung oder Warmwasserbereitung?
  • Gibt es einen Batteriespeicher?
  • Besitzt die Anlage eine Backup-Funktion?
  • Wie lange besteht eine mögliche Saldo-Berechtigung noch?

Gerade der letzte Punkt ist heute in Ungarn wichtig.

Eine Anlage, die unter einem älteren Saldo-Modell nahezu sämtliche Stromkosten kompensieren konnte, muss nach einem späteren Wechsel in die Bruttoabrechnung wirtschaftlich anders bewertet werden.

Das Bonyháder Haus zeigt deshalb sehr gut, wie sinnvoll Photovoltaik mit elektrischen Verbrauchern zusammenspielen kann – gleichzeitig aber auch, warum man beim Immobilienkauf die Anlage, den Verbrauch und das Abrechnungssystem gemeinsam betrachten sollte.

→ Haus in Bonyhád und vollständige Videobesichtigung ansehen


Praxisbeispiel Mecseknádasd: Muss die Solaranlage schon vorhanden sein?

Das zweite Beispiel zeigt die andere Seite.

Bei einem Haus in Mecseknádasd ist derzeit keine Photovoltaikanlage vorhanden.

Trotzdem gibt es interessante Voraussetzungen.

Das Haus besitzt unter anderem eine Gas-Holz-Kombiheizung, Holzlagermöglichkeiten, Nebengebäude und Grundstück.

Gerade daran lässt sich ein wichtiger Grundsatz erklären:

Beim Immobilienkauf ist nicht entscheidend, ob jede gewünschte Technik bereits vorhanden ist. Viel wichtiger ist manchmal, ob sie später sinnvoll ergänzt werden kann.

Eine Solaranlage lässt sich nachrüsten.

Ein Batteriespeicher ebenfalls.

Teile der Elektroinstallation können modernisiert werden.

Bestimmte Heizsysteme lassen sich verändern.

Andere Faktoren sind dagegen wesentlich schwieriger zu beeinflussen.

Dazu gehören:

  • Lage,
  • regionale Infrastruktur,
  • Entfernung zu Städten,
  • Grundstück,
  • natürliche Standortbedingungen und teilweise
  • Verschattung.

Deshalb würde ich bei der Immobiliensuche zuerst auf die schwer veränderbaren Faktoren achten und anschließend prüfen, welche Technik sinnvoll nachgerüstet werden kann.


Was kostet eine Solaranlage in Ungarn?

Diese Frage lässt sich nicht seriös mit einer einzigen Zahl beantworten.

Die Kosten hängen unter anderem ab von:

  • Leistung der PV-Anlage,
  • Modulen,
  • Wechselrichter,
  • Montagesystem,
  • Dachart,
  • Batteriespeicher,
  • Elektroinstallation,
  • Zählerplatz,
  • notwendiger Leistungserweiterung,
  • Gerüst,
  • Planung und
  • zusätzlichen Bauarbeiten.

Gerade bei älteren ungarischen Häusern können notwendige Elektroarbeiten einen erheblichen Unterschied ausmachen.

Deshalb würde ich Angebote niemals nur nach dem Gesamtpreis vergleichen.


Angebote für Photovoltaik richtig vergleichen

Bei zwei Angeboten mit scheinbar gleicher Leistung können erhebliche Unterschiede bestehen.

Interessant sind unter anderem:

  • Hersteller und Typ der Module,
  • Leistung und Anzahl der Module,
  • Wechselrichter,
  • Batteriesystem,
  • nutzbare Speicherkapazität,
  • Garantiebedingungen,
  • Backup-Funktion,
  • Montagesystem,
  • Anmeldung beim Netzbetreiber,
  • Zählerarbeiten und
  • Service nach der Installation.

Auch die Frage, welche Leistungen nicht im Angebot enthalten sind, ist wichtig.


Wann lohnt sich eine Solaranlage in Ungarn?

Pauschale Aussagen wie:

„Eine Solaranlage amortisiert sich in sieben Jahren.“

halte ich für wenig seriös.

Die Wirtschaftlichkeit hängt heute stark vom Eigenverbrauch ab.

Für eine vernünftige Berechnung benötigt man mindestens:

  • Investitionskosten,
  • erwarteten Jahresertrag,
  • direkten Eigenverbrauch,
  • Anteil über Batteriespeicher,
  • Netzeinspeisung,
  • aktuellen Strompreis,
  • Einspeisevergütung,
  • mögliche Förderung,
  • Wartung,
  • Wechselrichter-Lebensdauer und
  • erwartete Nutzungsdauer.

Gerade wegen der derzeit nur geringen Vergütung für eingespeisten Strom sollte der Eigenverbrauch nicht mit dem Einspeisetarif gleichgesetzt werden.


Einfaches Beispiel: Warum Eigenverbrauch so wichtig ist

Nehmen wir zur Veranschaulichung eine selbst erzeugte Kilowattstunde.

Variante 1: Einspeisung

Die Kilowattstunde wird ins Netz eingespeist.

Aktuelle MVM-Vergütung im Bruttomodell:

5,25 HUF/kWh

Variante 2: Eigenverbrauch

Die Kilowattstunde wird im eigenen Haus verbraucht und ersetzt Netzbezug.

Wenn der Haushalt bereits oberhalb des vergünstigten Kontingents liegt, kann diese Kilowattstunde derzeit Strom ersetzen, der beim A1/A2-Haushaltsmarktpreis 70,104 HUF/kWh brutto kostet.

Das bedeutet nicht, dass jede selbst verbrauchte Kilowattstunde automatisch genau 70 Forint spart. Das hängt unter anderem davon ab, in welchem Tarif- und Verbrauchsbereich sich der Haushalt befindet.

Es zeigt aber sehr deutlich:

Eigenverbrauch kann wirtschaftlich um ein Vielfaches interessanter sein als Einspeisung.

Das sollte bei der Dimensionierung jeder neuen Solaranlage in Ungarn berücksichtigt werden.


Häufige Fehler bei der Planung einer Solaranlage in Ungarn

Einige Fehler tauchen immer wieder auf.

Anlage nur nach der verfügbaren Dachfläche dimensionieren

Mehr Module bedeuten nicht automatisch eine bessere Wirtschaftlichkeit.

Eigenverbrauch nicht berücksichtigen

Gerade unter Bruttoabrechnung ist das Verbrauchsprofil entscheidend.

Batteriespeicher zu groß wählen

Ein Speicher sollte zum tatsächlichen Verbrauch passen.

Dachzustand ignorieren

Eine bald notwendige Dachsanierung kann später teuer werden.

Alte Elektroinstallation unterschätzen

Bei älteren Häusern können zusätzliche Arbeiten notwendig sein.

Speicher mit Notstrom verwechseln

Eine Batterie bedeutet nicht automatisch, dass bei Netzausfall Strom vorhanden ist.

Winterertrag überschätzen

Sommerproduktion lässt sich nicht einfach auf zwölf Monate verteilen.

Alte Informationen über die Einspeiseregeln verwenden

Viele deutschsprachige Beiträge im Internet beschreiben noch das frühere Saldo-System.

Netzkapazität nicht prüfen

Eine geplante Einspeisung sollte vor der endgültigen Anlagenplanung abgeklärt werden.

Angebote nur nach dem Gesamtpreis vergleichen

Technik, Garantie und enthaltene Leistungen können stark variieren.


Solar-Check bei der Hausbesichtigung in Ungarn

Wer heute eine Immobilie kauft und später möglicherweise Photovoltaik installieren möchte, kann diese Punkte bereits bei der Besichtigung prüfen:

☐ Wie ist das Dach ausgerichtet?

☐ Gibt es starke Verschattung?

☐ Wie alt ist das Dach?

☐ Wie ist der Zustand der Dacheindeckung?

☐ Welche Dachflächen sind tatsächlich nutzbar?

☐ Gibt es Garagen oder Nebengebäude?

☐ Wäre ein Carport mit Photovoltaik denkbar?

☐ Wie sieht der Zählerkasten aus?

☐ Wie alt ist die Elektroinstallation?

☐ Ist der Anschluss ein- oder dreiphasig?

☐ Welche Anschlussleistung steht zur Verfügung?

☐ Gibt es eine aktuelle Stromrechnung?

☐ Wie hoch war der bisherige Jahresverbrauch?

☐ Welche großen Stromverbraucher gibt es?

☐ Soll später elektrisch geheizt werden?

☐ Ist ein Elektroauto geplant?

☐ Gibt es Platz für Wechselrichter und Batteriespeicher?

☐ Ist eine Backup-Funktion gewünscht?

☐ Wie lautet die POD-Nummer des Anschlusses?

☐ Ist an diesem Netzanschluss grundsätzlich Einspeisung möglich?

Diese Fragen können helfen, Photovoltaik bereits bei der Immobiliensuche mitzudenken.


Ansprechpartner für Solartechnik in Ungarn

Wer nach diesen grundsätzlichen Informationen wissen möchte, welche Lösung für sein konkretes Haus geeignet ist, sollte die Anlage von einem Fachbetrieb planen lassen.

Im Ansprechpartner-Verzeichnis des Ungarn-Portals finden Sie einen ungarischen Fachbetrieb für:

  • Photovoltaikanlagen,
  • Batteriespeicher,
  • Insellösungen und
  • Elektroinstallationen.

Wichtig: Der Ansprechpartner spricht nicht Deutsch.

→ Ansprechpartner für Solartechnik in Ungarn ansehen

Mir ist diese Reihenfolge wichtig:

erst informieren → eigenen Bedarf verstehen → Möglichkeiten des Hauses prüfen → dann konkrete Angebote einholen.

Eine Solaranlage sollte zum Haus passen – und nicht das Haus zu einer bereits vorab ausgewählten Anlage.


Fazit: Solar in Ungarn ist mehr als eine Frage der Dachfläche

Eine Solaranlage in Ungarn kann heute eine interessante Möglichkeit sein, Stromkosten zu reduzieren und die Energieversorgung eines Hauses flexibler zu gestalten.

Die Rahmenbedingungen haben sich jedoch verändert.

Durch die Bruttoabrechnung ist es bei neuen Anlagen deutlich wichtiger geworden, möglichst viel des erzeugten Stroms selbst sinnvoll zu nutzen. Batteriespeicher können dabei helfen, sind aber nicht für jedes Haus automatisch wirtschaftlich sinnvoll.

Auch vollständige Autarkie muss nicht unbedingt das Ziel sein.

Für viele Hausbesitzer kann eine andere Strategie sinnvoller sein:

Solar + Netz + Speicher + eine weitere Heiz- oder Energiequelle.

Wer gerade eine Immobilie in Ungarn sucht, muss deshalb nicht ausschließlich nach Häusern mit bereits vorhandener Photovoltaikanlage suchen.

Wichtiger ist die Frage:

Bietet das Haus gute Voraussetzungen, damit ich Solar und andere Energiesysteme später sinnvoll ergänzen kann?

Dach, Verschattung, elektrische Infrastruktur, Netzanschluss, Verbrauch und mögliche Nebengebäude sollten deshalb bereits bei einer Hausbesichtigung berücksichtigt werden.

Denn während sich eine Solaranlage nachrüsten lässt, kann man die Lage eines Hauses, das Grundstück oder die regionale Infrastruktur später kaum noch verändern.


Häufige Fragen zur Solaranlage in Ungarn

Lohnt sich eine Solaranlage in Ungarn?

Das hängt vom Gebäude, Stromverbrauch, Eigenverbrauch, Anlagenpreis und Abrechnungssystem ab. Durch die geringe Vergütung für eingespeisten Strom spielt der direkte Eigenverbrauch bei neuen Anlagen eine besonders wichtige Rolle.

Wie hoch ist die Einspeisevergütung für Solarstrom in Ungarn?

MVM weist im aktuellen Bruttoabrechnungsmodell für private Haushaltsanlagen einen Preis von 5,25 HUF pro eingespeister Kilowattstunde aus. Tarife können sich ändern und sollten vor einer Investitionsentscheidung aktuell geprüft werden.

Gibt es die Saldoabrechnung für Photovoltaik in Ungarn noch?

Ja, für bestimmte Bestandsanlagen und innerhalb der geltenden Übergangsfristen. Grundsätzlich gilt für viele berechtigte Anlagen eine Zehnjahresfrist ab Inbetriebnahme beziehungsweise maßgeblicher Erweiterung. Neue Anlagen fallen grundsätzlich unter die Bruttoabrechnung.

Was bedeutet Bruttoabrechnung bei einer PV-Anlage in Ungarn?

Strombezug und Einspeisung werden getrennt abgerechnet. Eingespeister Solarstrom wird also nicht mehr wie im früheren Jahressaldo einfach mit späterem Netzbezug verrechnet.

Lohnt sich ein Batteriespeicher in Ungarn?

Ein Speicher kann den Eigenverbrauch deutlich erhöhen. Ob er wirtschaftlich sinnvoll ist und welche Größe passt, hängt vom Stromverbrauch, Tagesprofil, der PV-Anlage und den Kosten des Speichers ab.

Funktioniert eine Solaranlage bei Stromausfall?

Eine normale netzgekoppelte Anlage schaltet bei einem Netzausfall ab. Auch eine Batterie garantiert noch keine Notstromversorgung. Dafür benötigt man ein dafür ausgelegtes Backup- beziehungsweise Ersatzstromsystem.

Wie viel Strom produziert eine Solaranlage in Ungarn?

Das hängt von Region, Ausrichtung, Neigung, Verschattung und Technik ab. Südungarn besitzt grundsätzlich gute Einstrahlungsbedingungen. Die Produktion schwankt allerdings erheblich zwischen Sommer und Winter.

Kann man in Ungarn mit Photovoltaik autark leben?

Eine sehr hohe Eigenversorgung ist möglich, insbesondere im Sommer. Ganzjährige vollständige Autarkie ist wesentlich schwieriger, da der Solarertrag im Winter stark zurückgeht und normale Batteriespeicher keine saisonale Speicherung ermöglichen.

Braucht eine Solaranlage in Ungarn eine Genehmigung?

Eine klassische netzgekoppelte HMKE-Anlage benötigt eine Abstimmung und ein Anschlussverfahren mit dem zuständigen Netzbetreiber. Die genaue Vorgehensweise hängt unter anderem von Leistung, Anschluss und Netzgebiet ab.

Kann ich eine Solaranlage bei einem alten Haus in Ungarn nachrüsten?

In vielen Fällen ja. Vorher sollten jedoch Dach, Statik, Verschattung, Elektroinstallation, Zählerplatz, Anschlussleistung und die Netzsituation geprüft werden.


Quellen und weiterführende offizielle Informationen

MVM Next – Bruttoabrechnung für Solaranlagen
HMKE Bruttoabrechnung bei MVM Next

MVM Next – Beispielrechnung mit Einspeisepreis
MVM Rechnungserklärung zur Bruttoabrechnung

MVM Next – aktuelle Haushaltsstrompreise und 2.523-kWh-Grenze
MVM Informationen zu Strompreisen

MEKH – Einspeisemöglichkeit eines Anschlusses prüfen
MEKH Napeleminfo

Nemzeti Jogszabálytár – aktuelle Rechtsgrundlagen für HMKE
273/2007. Regierungsverordnung

HungaroMet – Sonneneinstrahlung und Klimadaten Pécs
Klimadaten Pécs bei HungaroMet

Ungarisches Energieministerium – Speicherförderung 2026
Otthoni Energiatároló Program

Ungarisches Energieministerium – aktuelle Entwicklung der Photovoltaik
Informationen zur Entwicklung der Solarleistung


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